Es gibt diese Reiseziele, die man jahrelang im Kopf mit sich herumträgt. Nepal war für mich genau so ein Ort. Einmal zwischen den höchsten Gipfeln der Welt stehen, die Gebetsfahnen im Wind flattern sehen und diese ganz besondere, spirituelle Atmosphäre einatmen – das war ein Traum, den ich mir nun endlich erfüllt habe. Ohne Laptop, dafür mit vielen Sprachnachrichten im Gepäck (als kleine Gedankenstütze für meinen Blog), habe ich mich auf den Weg gemacht. Der Annapurna Circuit sollte es sein. Ein Trek, der eine Reise durch alle vier Jahreszeiten verspricht, gigantische Ausblicke und in meinen Augen passend für mein Fitnesslevel.
Chaos, Kultur und Momos: Kathmandu & Umgebung
Die Anreise mit Air Arabia war anfangs ein kleines Wagnis, da die Airline nicht gerade für ihren Komfort bekannt ist. Tatsächlich gab es auf der Langstrecke nach Sharjah weder Decken noch Kissen, aber insgesamt war der Flug völlig in Ordnung. Ein echter Glücksgriff war mein Sitzplatz: Ich hatte nicht nur den Nebenplatz frei, sondern lernte auch Erika und Norbert kennen, ein herzliches Ehepaar aus Deggendorf. Wir haben uns das ganze Stück bis Kathmandu wunderbar unterhalten. Für mich war das eine schöne Bestätigung, dass es richtig war, bei meiner ursprünglichen Sitzplatzwahl zu bleiben, statt kurzfristig umzubuchen. Das Essen an Bord war überraschend gut und die Landung absolut pünktlich.
Am Flughafen verlief alles reibungslos, vom Geldwechseln bis zur SIM-Karte. Dort wartete auch schon mein Guide Pasang auf mich und begrüßte mich mit einer traditionellen orangefarbenen Blumenkette. Die Fahrt zum Hotel durch den dichten Stau gab mir einen ersten Vorgeschmack auf die Energie der Stadt. Kathmandu hat definitiv eine Wohlfühlatmosphäre, doch mir wurde schnell klar, dass ich hier nicht ewig bleiben muss – ein bis zwei Tage reichen völlig aus, um den Trubel zu erleben. Im Hotel besprachen wir bei einem Masala Chai die Route, und Pasang freute sich riesig über das bayerische Bier und die Schokolade, die ich ihm mitgebracht hatte. Abends schlenderte ich noch durch Thamel, ein buntes Viertel voller Trekkingshops. Trotz der aufdringlichen Verkäufer genoss ich die Atmosphäre und belohnte mich mit meinen ersten Chicken Momos sowie frisch gebackenem Knoblauch-Naan und einem Bananen-Lassi.
Mein erster richtiger Tag in Kathmandu begann früh. Schon um halb sieben war ich wach und machte mich nach dem Frühstück auf zum Durbar Square. Der Platz ist ein gewaltiges Erlebnis, laut und voller Leben. Ein starker Kontrast dazu war der Boudhanath Stupa, der wie eine friedliche, weiße Oase in der Stadt wirkt. Dort konnte ich bei einem Kaffee kurz durchatmen, bevor ich mit dem Motortaxi weiter nach Pashupatinath fuhr. Dort erlebte ich die traditionellen Brandbestattungen, was ein sehr bewegender und spannender Einblick in die nepalesische Spiritualität war. Später nahm mich Pasang mit zur Hochzeit einer Verwandten, was ein echtes Privileg war. Ich durfte mit den Gästen essen und beim Tanzen zuschauen – ein sehr authentischer Moment. Zum Abschluss besuchte ich noch den Monkey Temple, der seinem Namen wirklich alle Ehre macht. So beeindruckend die Eindrücke auch waren, die Lautstärke und die Abgase der Stadt sind auf Dauer recht anstrengend, weshalb ich mich schon sehr auf den Start unseres Treks freute.
Am nächsten Tag machte ich mich zu Fuß auf zur Königsstadt Patan, was wegen des Verkehrs und der schlechten Luft zwar mühsam war, sich aber wegen der schönen Tempel und der entspannten Atmosphäre in den Klöstern absolut lohnte. Von dort aus nahm ich ein Motortaxi nach Bhaktapur. Dort war es anfangs etwas schwierig, weil man als Tourist ständig von Guides angesprochen wird, doch eine zufällige Begegnung rettete den Tag. Ich kam mit Prishtina und Jason ins Gespräch, einem netten Pärchen, das gerade den berühmten „King’s Curd“ probierte. Ich schloss mich ihnen an und sie führten mich zu einem versteckten kleinen Laden, den man nur durch eine Art Fenster betreten konnte. Dort gab es ein fantastisches Linsengericht, für das die Leute anscheinend aus ganz Nepal anreisen. Die beiden waren unglaublich gastfreundlich und luden mich sogar ein. Zurück in Kathmandu ließ ich den Tag entspannt bei einer Massage, einem Saunabesuch und einem Curry ausklingen.
Kathmandu ist eine Stadt der Kontraste und zahlreichen Eindrücke, für mich persönlich aber zu laut. Zwei volle Tage haben absolut gereicht und ich sehnte mich dann regelrecht nach der Stille der Berge und reiner Luft.
Der Annapurna Circuit
Die klassische Station, um den AC zu starten, ist das Städtchen Besisahar. Da die Route dorthin inzwischen aber nur noch Straße ist und laut Pasang keinen Mehrwert bietet, fuhren wir zunächst mit dem Taxi etwa 5 Stunden nach Besisahar und dann mit dem Jeep nochmal 3 Stunden Offroad bis nach Dharapani (1.860m). Das ganze war, nennen wir es mal, abenteuerlich. Du brauchst ein absolutes Urvertrauen, dass die Fahrer genau wissen, was sie da tun und das schon 1.000 mal gemacht haben. Ich hatte zudem Glück, denn ich durfte auf dem Beifahrersitz sitzen während sich in dem Jeep auf den beiden Rücksitzbänken noch 9 andere Personen gequetscht haben. Angekommen an unserem Ausgangspunkt im ersten Teehäuschen mit super bequemem Bett gab es zur Belohnung noch ein leckeres Dal Bhat. Am nächsten Tag stand Frühstück um 7:00 Uhr und Aufbruch um 07:30 Uhr an.
1. Etappe: Chame (2.670m)/ Thaleku (2.720m)
Rhododendron und Yak-Curry
Der erste richtige Trekkingtag! Es ging steil bergauf, aber Pasang hat mir gleich das richtige Tempo beigebracht: „Tempo raus und ganz entspannt, nicht übertreiben.“ . Genau das Richtige für mich. Ich hätte mich sofort übernommen und Vollgas gegeben. So habe ich gleich gelernt: langsam, Pausen und dabei kommt man trotzdem verdammt schnell ans Ziel.
Wir sind an tollen Landschaften vorbeigekommen, haben blühenden Rhododendron gesehen und hatten die ersten Blicke in den Himalaya auf Annapurna 2 und Manaslu – wunderschön. Wir kamen zeitig an und sind zum Mittagessen sogar eine Station weiter gegangen als geplant. Dort habe ich richtig gute vegetarische Momos gegessen und einen Kanadier sowie einen Mann aus Singapur kennengelernt, mit denen ich mich nett unterhalten habe. Beide haben sich einen Porter geleistet, obwohl der aus Singapur sogar beim Militär ist.
Danach ging es weiter. Wir waren schon früh in Chame und sind dann noch einen Ort weiter nach Thaleku gegangen, weil es dort viel entspannter ist. Ich bin gerade der einzige Gast im Teehäuschen einer Familie. Sie haben mir leckeres Yak-Curry gemacht, was etwas ganz Besonderes ist, weil sie nur einmal im Jahr (im Dezember) ein Yak schlachten und das Fleisch im Frühjahr meist schon aufgebraucht ist. Es war richtig gut, schön spicy. Dazu gab es wieder eine fette Kanne Ingwertee am Kamin. Ich hatte sogar eine warme Dusche; das war ein richtig toller Auftakt.
2. Etappe: Upper Pisang (3.300m)
Gateway to Heaven und Kloster-Meditation
Der Weg heute von dem kleinen Dorf bei Chame nach Upper Pisang war von der Natur her einfach nur wunderschön. Vom Geruch her erinnerte es mich an Italien. Es war warm, wir gingen an Flüssen entlang, über Brücken und durch eine unglaubliche Landschaft. Immer wieder hatten wir den Blick auf das Hochgebirge mit Schnee, wo der Wind teilweise mit 90 km/h weht. Ich habe den „Stairway to Heaven“ gesehen.
Wir waren gut unterwegs und haben eine schöne Teepause bei einer Familie mit einem kleinen Mädchen gemacht, das einfach nur purer Zucker war und mir ihr Bonbon aus dem Mund anbieten wollte. Nach vier Stunden waren wir schon bei der Unterkunft. Ich habe ein richtig tolles Zimmer mit einer Wahnsinnsaussicht, sonnig und voll entspannt. Nach einer Tomatensuppe sind wir noch höher zu einem Kloster gegangen und haben dort meditiert. Ich fühle mich heute sehr gesegnet; es ist einfach wunderschön.
Und ein neues Frühstücks-Highlight kennenlernt: Tsampa-Porridge mit Äpfeln.
3. Etappe: Ngawal (3.660m)
Anstrengung pur und der heilige Green Lake
Heute war ein echt anstrengender Tag. Ich hatte wegen des Schnupfens eine schwierige Nacht und nicht gut geschlafen. Die Medikamente haben erst gewirkt, als wir am Morgen losgegangen sind. Das hatte zur Folge, dass mein Rachen super trocken war, aber die Nase trotzdem gelaufen ist. Wir hatten zwei Stunden Aufstieg, der mit in meinem Zustand ziemlich an die Grenzen gebracht hat. Aber wir haben es wieder in unserem Tempo gemacht und das Ganze trotz viel Schniefen in vier Stunden (mit Pausen) geschafft – und zwar wieder in einer überraschend guten Zeit.
Unterwegs haben wir immer mal wieder andere Trekker getroffen, unter anderem ein Pärchen aus UK und ein Mädl aus den Niederlanden, denen ich während des Treks immer wieder begegnet bin.
Im Großen und Ganzen ist aber nicht viel los. Man merkt, dass noch nicht Hauptsaison ist und dass viele Touristen wegen der Wahlen in Nepal und auch wegen des Krieges im Iran gecancelt haben. Unterwegs haben wir ein Pärchen kennengelernt (ein Mädel aus UK, eine aus Deutschland) und eine Niederländerin, der ich schon öfter begegnet bin.
Auf unserer Strecke lag außerdem der wunderschöne Green Lake, ein kristallklarer kleiner See, der ein heiliger Ort ist.
Am Ziel angekommen gab es zur Stärkung und zur Prävention für die Höhenkrankheit noch eine Onion Garlic Soup sowie mein tägliches Ritual: ein Giner Lemon Honey Tea. Ich war war etwas erledigt, aber wir sind zur Akklimatisierung noch weitere 100 bis 150 Höhenmeter zu einem Stupa aufgestiegen. Dort war es himmlisch leise und toll. Wieder ein guter Tag 😊
4. Etappe: Manang (3.540 m) & Shree Kharka (4.080 m)
Kuchenpause & überwältigende Aussichten
Wir sind wieder früh aufgestanden. Ich hatte eine ganz gute Nacht, weil die Tabletten gewirkt haben und als ich die Vorhänge meines Zimmers aufgezogen haben, erwartete mich eine sagenhafte Aussicht in die Berge mit dem hoch am Himmel stehenden Mond. Ein schönes Setting für meine tägliche Mediation.
Nach dem Frühstück ging es dann wieder los. Eigentlich wäre heute Manang dran gewesen (ca. drei Stunden entfernt), aber mein Guide hatte von Anfang an vor, einen Ort weiterzugehen (noch mal 1,5 bis 2 Stunden), wenn wir noch fit genug sind – da war er sich allerdings sehr sicher 😉
Es sollte also direkt hinauf nach Shree Kharka gehen, dem ersten Ort über 4.000 Metern. Auf dem Weg nach Manang haben wir das Kloster Braka besucht, eines der ältesten Klöster Nepals. Es wurde extra für uns aufgesperrt. Wir haben gebetet, eine Kerze angezündet und einen weißen Schal als Blessing bekommen. Den hat Pasang an meinen Rucksack gemacht. Die Wanderung war eine angenehme Gratwanderung, aber das Wetter ist unerwartet warm – wir haben 30 Grad gemessen, die Sonne knallt ordentlich und ein Cap ist Pflicht. In Manang sind wir in ein modernes Teehaus eingekehrt, haben total geilen Apple Crumble gegessen und richtig guten Kaffee getrunken. Ich habe meinen Guide eingeladen, worüber er sich sehr gefreut hat. Die Leute dort haben uns zum Abschied sogar noch zwei Äpfel geschenkt. Danach kam die Etappe nach Shree Kharka. Jetzt bin ich auf unfassbaren über 4.000 Metern und es hat sich so gelohnt: Ich habe einen richtig schönen Bungalow, die Aussicht ist unfassbar. Und das mit dem Blessing scheint auch gewirkt zu haben: Nach dem Klosterbesuch hat meine Nase aufgehört zu laufen.
5. Etappe: Tilicho Base Camp (4.150 m) & Tilicho Lake (4.919)
Schneetrundra und grenzenlose Stille
Gestern war ein richtig krasser Tag. Wir sind von Shree Kharka zum Tilicho Base Camp gegangen – eine nette Unterkunft, leider ohne Strom. Da wir so früh dran waren, haben wir beschlossen, den Tilicho Lake noch am selben Tag zu machen. Die meisten übernachten erst im Base Camp und gehen dann am nächsten Morgen um 04:00 Uhr im Dunkeln los. Wir haben es in drei Stunden geschafft. Es war richtig anstrengend in einer fast schon unwirklichen Landschaft: erst Einöde (2 Stunden lang stupide in kleinen Serpentinen den Berg hinauf), dann wie in einer Schneetundra – Eiskristalle, Gletscher, Wind. Durch diese Landschaft bewegt man sich etwa eine Stunde lang über einen 20 bis 40cm breiten Eis- und Schneepfad bis der größte Gebirgssee der Welt auf einmal vor einem auftaucht.
Und dann? Nichts als Stille. Wir waren ganz allein zwischen wehenden Gebetsfahnen und dem Massiv der Berge. Eine Stille, die fast greifbar war.
Der Aufstieg zum Tilicho Lake war bisher die größte Herausforderung, auch, weil es die erste Etappe war, wo ich wirklich Kopfweh hatte. Pasang konnte mich aber beruhigen, dass es ganz normal ist auf dieser Höhe. Pasang meinte zudem : „Wenn du das gemacht hast, ist der Thorong La Pass ein Kinderspiel“. Ich bin wirklich froh, dass wir den Lake noch am selben Tag gemacht haben. Unterwegs habe ich mehrere Trekker getroffen, die früh morgens zum See aufgebrochen waren und für die das Erlebnis sehr viel erschöpfender und auch beängstigender war (die Eistundra im Dunkeln hätte ich ungern machen wollen).
6. Etappe: Yak Kharka (4.010 m
Adler und Steigeisen
Heute sind wir vom Tilicho Base Camp aufgebrochen, erst zurück nach Shree Kharka und dann gleich weiter nach Yak Kharka. Wir waren von 07:30 Uhr bis kurz vor 14:00 Uhr unterwegs. Es war relativ viel los, auch größere Gruppen waren unterwegs. Wir mussten tatsächlich auch die Steigeisen auspacken (viel Schnee, Eis), und mich hat es einmal auf den Popo gehauen. Landschaftlich war es unglaublich: Wir haben viele goldene Adler (Golden Eagles) aus nächster Nähe gesehen. Es war eine sehr schöne, angenehme Wanderung und die heiße Dusche in Yak Kharka war ein Highlight
7. Etappe: Thorong High Camp (4.880 m)
Tibetian Bread & Vorfreude
Heute war einfach nur ein richtig geiler Tag. Wir haben früh gefrühstückt und sind losgegangen. Die erste Etappe zum Thorong Phedi haben wir in zwei dreiviertel Stunden geschafft. Dort haben wir eine tolle Kaffeepause mit ganz frisch gemachtem „Tibetan Bread“ in der Sonne gemacht – total idyllisch. Ich konnte meine Klamotten am Rucksack trocknen. Dann sind wir zum High Camp aufgestiegen (der Punkt vor dem Pass morgen) und haben das in ziemlich genau einer Stunde geschafft. Eine krasse Errungenschaft! Es ist super friedlich hier oben, aber auch merklich voller. Es ist nun mal die Anlaufstation für die meisten Trekker. Insgesamt habe ich mich richtig gut gefühlt und wir haben viele Yaks gesehen – mein Highlight. Morgen geht es ganz früh los zum buchstäblichen Highlight des Treks: dem Thorong La Pass
8. Etappe: Thorong La Pass (5.416 m) & Muktinath (3.800 m)
Am Ziel angekommen
Die letzten zwei Tage waren echt krass. Am 10. sind wir um 03:30 Uhr aufgestanden und um 04:30 Uhr vom High Camp losgestartet zum Thorong La Pass. Wir haben die Steigeisen gebraucht; es ging im Dunkeln teilweise richtig steil den Berg rauf. Wir waren echt gut unterwegs und nach zwei Stunden und 25 Minuten oben. Der Moment auf über 5.400 Höhenmetern war total unwirklich. Da war er also, der Moment, von dem ich jahrelang geträumt hatte. Ich auf über 5.400m, um mich herum nur Berge, Sonne, Schnee – außer Pasang und mir kein einziger Mensch. Auch 2 Wochen später habe ich diesen Moment und das, mein Körper und mein Geist die letzte Wochen geleistet hat, noch nicht richtig realisiert.
Nach diesem Highlight ging es dann nach Muktinath, die typische Anlaufstelle nach dem Thorong La Pass. Der Ort selber hat mir nicht so gut gefallen. Er ist auch eine wichtige hinduistische Heiligstätte, weswegen sich insbesondere Menschen aus Indien hier für Tagesausflüge einfliegen und buchstäblich zum Kloster (eigentlich nicht wirklich anspruchsvoll dort hinzugelangen, aber die Tagesausflügler sind die Höhe natürlich nicht gewohnt) hinaufkutschieren lassen. Zudem habe ich an diesem Tag herausgefunden, dass mein geplanter Rückflug über die Emirate gecancelt wurde.* Das in aller Kürze: nach vielem Hin und Her habe ich am nächsten Tag eine Alternative gefunden via Bangkok. Dies bedeutete, dass ich früher als geplant aus Nepal abreisen musste. Da wir unseren Trek aber 2 Tage vor Zeitplan abgeschlossen hatten, blieb Pasang und mir nicht nur Zeit, noch ein paar Stationen zu ergänzen, sondern es war für mich auch in Ordnung, früher abzureisen (ursprünglich waren 3 Tage Pokhara geplant), da ich nicht das Gefühl hatte, etwas zu verpassen. Ich hatte sozusagen einen Frieden mit Nepal gemacht und gespürt, ich habe alles mitgenommen, was ich mitnehmen wollte.
Tatopani, Ghorepani, Poon Hill & Pokhara
Ungeplante Wege
*Eigentlich war die Reise hier noch nicht zu Ende. Da meine Kondition so gut war, haben wir den eigentlichen Annapurna Circuit 2 Tage früher beendet. Mein Glück: So konnten wir noch Poon Hill und Co anschließen! Vom Muktinath ging es mit Jeep und Van nach Tatopani. Ein krasser Landschaftswechsel – viel grüner, wärmer, Reisterrassen. In Tatopani gab es eine heiße Quelle, guten Kaffee, leckeres Dal Bhat und ich konnte endlich meinen neuen Flug regeln. Von Tatopani ging es über Stika nach Ghorepani – 3 Stunden Wanderung, fast nur Treppen rauf durch Rhododendron-Wälder. Anstrengend wegen der hohen Luftfeuchtigkeit, aber schön.
Am nächsten Tag sind wir ganz früh aufgestanden und nach Poon Hill hochgelaufen. Zuerst nebelig, aber wir haben durchgehalten, und dann kam die Sonne raus – ein toller Blick. Danach eine entspannte Wanderung durch den Dschungel, warm und gut riechend, wieder Italien-Vibes. Mit dem Jeep ging es dann nach Pokhara.
In Pokhara hatte ich ein wirklich wunderschönes Hotel Hotel Karuna, ein bequemes Bett, gute Dusche und leckeren Kaffee. Shoppen, Wäsche waschen, Buch lesen – Füße hochlegen! Am letzten Tag noch ein selbstauferlegter Gewaltmarsch zur World Peace Pagoda durch die Dörfer. Ein schöner Abschluss und bereit für die Heimreise.
Nepal war ein Traum! Wuselig, laut, chaotisch, aber auch wunderschön, spirituell und beeindruckend. Ich habe so viel erlebt, so viele tolle Menschen kennengelernt und mich selbst herausgefordert. Es war ein Abenteuer, das ich nie vergessen werde.
Wer mich und meinen Blog kennt, wird gemerkt haben, dass hier irgendwie nicht der gewohnte Germknödel-Diaries-Style geschrieben ist. Das liegt daran, dass ich, nicht wie sonst, meinen Laptop dabei hatte und jeden Abend das Erlebte herunterzuschreiben konnte (was ich wirklich vermisst habe und gebraucht hätte, aber Laptop war aus Gewichtsgründen keine Option und Tippen am Handy gibt mir nicht das gleiche Gefühl), sondern ich mir jeden Abend eine Sprachnachricht eingesprochen habe, die ich nun versucht habe, wiederzugeben. Dadurch fehlen hier tatsächlich viele Eindrücke, aber ich hoffe trotzdem, dass ihr meine Reise damit ein wenig nacherleben könnt.
Danksagung: Mein Guide Pasang Sherpa
Ein ganz besonderer Dank gilt meinem Guide Pasang Sherpa. Er hat mich nicht nur sicher über die Pässe geführt, sondern mir Türen zur nepalesischen Kultur geöffnet, die mir sonst verschlossen geblieben wären. Er hatte immer ein Gespür für das richtige Tempo und ein Lächeln parat, wenn es mal anstrengend wurde.
Ich hatte lange überlegt, ob ich mir einen Guide nehme. Ursprünglich wollte ich die Tour immer alleine machen, um ganz bei mir sein zu können. Seit 2023 gibt es allerdings eine Guide-Pflicht (die am AC allerdings nicht durchgesetzt wird). Nach mehreren Empfehlungen in einer Nepal-Trekking-Facebookgruppe habe ich mich dann doch entschieden, die Tour mit Guide zu machen. Warum? Geistige Entlastung und Sicherheit. Und diese Entscheidung war genau richtig. Ich musste mir nie Gedanken um Unterkünfte machen, ob das Essen gut ist, ob ich an der Höhenkrankheit leider oder ob ich auf dem richtigen Weg bin. Pasang hat all das für mich abgenommen, so dass ich mich wirklich komplett auf meine Reise konzentrieren konnte. Zudem gab es durchaus Passagen, die nicht ungefährlich waren. Und ein wenig Ansprache war natürlich auch ganz nett 😉
Also falls ihr jemals eine Trekkingtour in Nepal plant, kann ich euch Pasang Sherpa (übrigens ein richtiger Sherpa – Sherpa ist eine ethnische Gruppe) nur wärmstens empfehlen. Ihr findet ihn hier auf Facebook: Pasang Sherpa
Danke für alles Pasang!
Pfiads eich,
eure Germknödel Chrissy





































































